Archive for Juli 2010

kastierte Katzen

30/07/2010

In unserer Stadt laufen viel Katzen herrenlos durch die Gegend und im Tierschutzheim ist wegen Überbelegung keine Aufnahme mehr möglich.

Darum fordert der Tierschutzverein in unserer Tageszeitung eine Kastrationspflicht für Katzen.

Warum züchtet man nicht gleich kastrierte Katzen, dann wäre der Aufwand nicht nötig.

zwei Seelen

29/07/2010

Zwei Seelen in meiner Brust, eine Straße kreuzt einen Radweg.

Ich als Radfahrer: „Was guckt der da so blöd. Weiß er nicht, dass hier ein Radweg ist. Der soll mit seiner Scheißkarre da verschwinden. Kann der Arsch nicht vor dem Radweg halten. Ich habe hier Vorfahrt.“

Ich als Autofahrer: „Was guckt der da so blöd. Meint der da mit seinem Rad, nur weil hier ein Radweg ist, hat er auch automatisch freie Fahrt. Der Blindflansch soll ruhig mal bremsen, muss ich ja auch immer. Wenn der weiter so giftig guckt, nehme ich ihn auf die Haube. Dämlack.“

Die Spekulation (reine Spekulation von mir)

28/07/2010

Er steht vor mir in der Schlange an der Kasse.

Anstatt des Einkaufswagens aus Drahtgitter zieht er einen Bollerwagen hinter sich her.
Hoch vollgepackt mit Sechserpacks 1,5-Liter-Mineralwasserflaschen.
Mit der linken Hand wuchtet er einen dieser Sixpacks auf den Tresen.
Nach dem Scannen rakt er das Ding wieder auf seinen Bollerwagen.
Jetzt fingert er mit der linken Hand seine Geldbörse aus der rechten Hosentasche.
Einhändig grabbelt er die Scheine und das Kleingeld über den Ladetisch.
Restgeld wieder rein und hinter dem Rücken in die rechte Hosentasche zurück.
Sehr gelenkig dabei.

Alles mit der linken Hand.

Nein, er ist nicht amputiert oder so.
Mit dem rechten Arm hält er ein Kleinkind auf seiner rechten Hüfte,
das hat sein rechtes Bein über den Bauch seines Vaters gelegt,
der tief ausladend aussieht, als hätte er schon die Senkwehen.

Er spekuliert sicher schon auf die nächsten 14 Monate Elterngeld.

Mehrgenerationenspielplatz

22/07/2010

In UKSRW wird man einen Mehrgenerationenspielplatz bauen.

Ich kann mir zwar nicht vorstellen, wer da mit wem spielen soll, aber von der älteren Generation werden sicher nur die zugelassen sein, die die Batterien ihrer Hörgeräte nicht erneuern können.

Und wenn sich dann mal ein einsamer alter Mann dazu setzt, werden die Mutties (auch schon fast zur älteren Generation gehörig), ihn sicher sofort als pädophiles Arschloch erkennen.

Ich glaube, ich werde einen großen Bogen um den Platz machen.

Schnäppchen

14/07/2010

Für das Geplätscher im Garten brauchen wir einen neuen Brunnenstein aus Granit.

Auf einer Gartenausstellung haben wir schon was gesehen und wir haben unsere Vorstellung.

Rund, drei Ausschnitte mit Kaskaden, nicht zu hoch und ein Loch in der Mitte.

Ein Grabsteinhacker aus der Nachbarschaft sagt zu, so etwas herzustellen. Ein Stein ist ausgesucht. Es verzögert sich aber immer wieder die Herstellung, weil,  Lehrling mach Gesellenstück, einer wird krank, dann kommt die Urlaubszeit. Jetzt heißt es, es dauert noch bis in den Spätherbst.

Da nehme ich dann doch lieber Abstand.

Jetzt werden die Baumärkte abgeklappert und schon der zweite hat genau das, was wir suchen. Wie könnte es anders sein, kein Preis an den Dingern.

Bis man einen Mitarbeiter findet, ist man bei diesen Temperaturen fast dehydriert. Der hat aber gleich einen Preis auf der Zunge. Fast 200 Euro. Den Preis für ein weiteres Stück kennt er nicht auswendig.  Dann wird  ein Katalog gesucht und auch gefunden.

Im neuen Katalog ist aber unser Stein nicht mehr enthalten, nur das Ausstellungstück steht noch da.

Ich sage dann mal so in die Gegend: „Ich nehme das dann als Ausverkaufsstück zum halben Preis.“

Der Mitarbeiter verschwindet, wir probieren in der Zwischenzeit ein paar Gartenbänke.

Gerade als ich zu meiner Frau sage: „Komm, wir gehen wieder, ich habe bei den Geschwindigkeiten hier keine Lust mehr“, da erscheint der Verkäufer wieder, reißt den Quellstein aus der Ausstellung, wuchtet ihn auf den Einkaufswagen, drückt mir einen Zettel in die Hand auf dem der Preis von 189 Euro durchgestrichen ist, neuer Preis 99 Euro und Unterschrift.

Damit gehe ich dann doch gern an die Kasse.

vor dem Bio-Laden oder der Müllallergiker

13/07/2010

Ich stehe früh auf dem Parkplatz vor einem Bio-Laden.
Zuerst kommen die Beschäftigten zu Arbeit.

Haltung, Frisur und Kleidung lassen schon von Weitem vermuten, wer wohl dazu gehört.
Ich liege nicht oft daneben bei denen, die den Personaleingang benutzen. Fast alle bestätigen die Bilder, die man von Ökos hat.
Selbstgetricktes und Unfrisur mit Wollsocken in Latschen trotz schon mehr als 25 Grad.

Ein Radfahrer, den Schopf zu einem Zopf im Nacken, mit den Socken über dem Hosenbein, um sich vor der öligen Kette zu schützen, geht mit flachem Rucksack hinein und kommt mit Prallem wieder raus, ein Bündel Lauch sieht oben raus. Eine Mehrwegtüte jetzt am Lenker läßt Mehrkornbrötchen erahnen.

Dann kommt eine Mutti mit einem wohl 10-jährigen Sprössling daher. Der Junge scheint total erkältet und schnoddert unaufhörlich in sein Taschentuch. Das drückt er dann Mutti in die Hand, die geht 2 Meter weiter und wirft es in einen Mülleimer. „Kann er das nicht selbst“, ist sofort in meinem Kopf. Aber er hat es wenigstens nicht einfach in die Gegend geworfen.
Die beiden verschwinden im Laden. Als sie wieder rauskommen, bearbeitet Schnodder ein weiteres Taschentuch. Das drückt er wieder seiner Mutti in die Hand, die es wieder ein paar Meter weiter in den Müll wirft. Was erzieht die da eigentlich, einen Müllallergiker oder Entsorgungsphobiker?

Meine Frau taucht auf und ich muss meine Betrachtungen beenden.

der böse Wunsch

09/07/2010

In einem Fummelladen sucht meine Frau und ich bin dabei.

25 Minuten lang springen kreischend zwei 4-5-jährige von der ersten, der zweiten, der dritten und vierten Stufe einer Holztreppe auf den schwingenden Holzfussboden. Wälzen sich schreiend am Boden und das Spiel beginnt von Neuem.
Mutti zwängt sich inzwischen in verschiedene Übergrößen.
Die lieben Kleinen hat sie ganz vergessen.

Alle anwesenden Mitleidenden sehen sich an und ziehen die Augenbrauen hoch.

Da habe ich mir gewünscht, dass sich einer mal einen Knochen bricht und endlich Ruhe ist.

Wenn man was sagt, wird man ja gleich als Kindermörder angesehen. Aber ich hasse diese Unerzogenheiten.