Archive for September 2010

Zensur in unser Tageszeitung

24/09/2010

Unsere Tageszeitung mach Umfragen bei ihren Lesern zu Tagesfragen. Die heutige Frage war zu streetview. Dabei fand ich folgendes. Jeder kann sich seinen Teil dazu selbst denken.

Kopie aus der Internetseite der Zeitung.
Umfrage vom 09.09.2010
Die Bundesregierung will den Atomausstieg verschieben und die Laufzeiten von Atomkraftwerken verlängern. Was sagen Sie dazu?:

15 %: Selbst die Verlängerung reicht noch nicht. Wir müssen generell an der Atomtechnik festhalten.
1 %: Der Kompromiss ist gut, weil durch die Extrasteuer für die Betreiber erneuerbare Energien gefördert werden.
84 %: Das ist schlimm. Die Regierung hat sich wieder mal der Atomlobby gebeugt.

Umfrage vom 02.09.2010
Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin wirft vor allem muslimischen Einwanderern vor, sich schlecht in die deutsche Gesellschaft zu integrieren und dies auch gar nicht zu wollen. Was sagen Sie dazu?:

0 %: Sarrazin hat recht. Endlich traut sich mal einer, das auch auszusprechen.
0 %: Auch wenn Sarrazins Thesen nicht ganz falsch sind, darf man sie niemals so provokativ verbreiten. Das erschwert eine offene Diskussion.
0 %: Der Rummel kurbelt nur den Verkauf seines Buches an.
0 %: Was Sarrazin sagt, ist schon dadurch falsch, dass er alles in einen Topf wirft. Denn sehr viele Migranten sind in Deutschland sehr gut integriert.

Ich bin sicher, dass da auch einmal Umfrage-Ergebnisse standen. Wie sahen sie aus und wem gefielen sie nicht?
Wenn ich Angst vor Antworten habe, darf ich keine Fragen stellen.

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Allee-Äpfel

17/09/2010

Im Landkreis UKSRW gibt es noch eine ganze Reihe von Allee-Apfelbäume.
Die Apfelbäume sind jetzt vom Landkreis für alle zur Ernte freigegeben.

Die Begeisterung hält sich aber bei der Bevölkerung in Grenzen, macht ja Arbeit, das Apfelpflücken.

Jetzt will eine Gemeinnützige Organisation die Äpfel vermosten und den Most dann an Bedürftige (H4) ausgeben.

Ist ja auch leichter, eine Flasche auf zu machen, als die Äpfel selbst zu pflücken und zu verarbeiten, obwohl man meinen könnte, die Empfänger des Mostes hätten dazu die Zeit.

Töpfern für Katzen

17/09/2010

Brunnenbauer kennen es als Bentonit für die Stabilisierung der Bohrlochwände.

Das ist das aktuelle Klumpstreu für das Klo unserer Katze. Stark wasseraufnehmender Ton.

Wenn unsere Katze genug ins Katzenklo gepinkelt hat, kann man daraus Tassen, Teller, Töpfe und auch Skulpturen aus Ton damit herstellen.

Endlich mal was, das man nicht einfach wegwirft, sondern einer weiteren Nutzung zuführt.

Köterweg

11/09/2010

Den Baum vor unserem Haus hat meine Frau adoptiert.

Mehrmals im Jahr wird der Boden um ihn herum gelockert und gereinigt und mit frischen Blumen bepflanzt. Im Sommer, wenn es trocken ist, bekommt der Baum auch tägliche seine zwei Kannen Wasser. Das Efeu, das ihn bis zu 2 m hoch umrankt wird geschnitten.

Jetzt hat sie einen großen Eimer von Unrat, Zigarettenkippen und die Reste der Sommerbepflanzung aus dem ein Quadratmeter großen Viereck geholt.

Ein wenig früh im Jahr, hat sie schon die Stiefmütterchen fürs neue Frühjahr ausgesäht, dazwischen auch noch Saat von den roten Lampignons aus dem Garten.

Als sie mit allem fertig ist, habe ich noch eine große Flasche Köterweg dazwischen gekippt, damit nicht die Sch..(piep)-Herrchen und Sch..(piep)-Frauchen ihre Sch..(piep)-Köter dazwischensch..(piep)en lassen.

Ich hoffe es wirkt, als Mensch bekommt man von dem Geruch das Kotzen. (man muss aber schon nahe rangehen)

Nachtrag: Der erste Köter hat nicht gekotzt sondern gekackt.

Der Quakbeutel

10/09/2010

Nachdem ich mir ein halbe Stunde lang das laute Quaken unserer Katze (sie ist stocktaub und daher seeehr laut geworden) über das Futter angehört habe, dass sie zwar heute Morgen mochte, aber jetzt nicht mehr, habe ich mich erweichen lassen, eine neue Futterschale auf zu machen.

In letzter Zeit mag sie häufig das Futter mit der schwarzen Katze auf dem Deckel.

Zuerst zeige ich ihr den Deckel. Wenn sie nicht angewidert weggeht, ziehe ich den Deckel an einer Ecke auf und hoffe, dass der Geruch des Futters ihr schon mal zusagt.

Besonders groß ist meine Freude, wenn die Katze nun schon einmal am Futter leckt.

Endlich kann ich eine Gabel voll in den peinlich gereinigten Futtertopf geben. Wenn noch Reste von vorher darin sein sollten wird entweder gar nicht erst angefangen zu fressen oder es wird um das alte Futter herum gefressen.

Heute schmeckt das, was ich ausgesucht habe. Allerdings wird nach den ersten Happen nur noch das Gelee oder der Saft abgeschleckt und der trockene Rest bleibt liegen. Dann sieht sie mich an, als wollte ich sie mit dem Rest vergiften.

So, jetzt hat sie ihren Willen bekommen und ich darf ihr die Tür nach draußen öffnen.

Hoch erhobenen Hauptes und des Schwanzes verschwindet sie auf der Terrasse, erst mal ein wenig schlafen.

Plötzlicher Bodennebel

09/09/2010

Ich sehe in den Garten und kann das Ende desselben nicht mehr erkennen.
Dichte grauweiße Wolken wabern durch das nasse Grün.

Plötzlich auftretender Bodennebel?

Nein, der Nachbar hat beschlossen: „bei 14 Grad Außentemperatur wird geheizt.“

Jetzt verbrennt er im Kamin seine alten Socken und die austauscharme Wetterlage drückt die wallenden Schwaden in den Garten.

Bitte schickt mir einen Lufthauch.

einer von uns muss raus in den Regen.

09/09/2010

Die Katze schläft auf der überdachten Terrasse auf einem von ihr okkupierten Stuhl. (Natürlich eine Katzendecke zwischen ihr und dem Polster)

Dann steht sie vor der Tür und will rein.

Meine Frau öffnet die Tür und die Katze geht stracks zu ihrem Katzenklo und pinkelt erst mal eine Runde. Normalerweise mach sie das im Garten, aber heute regnet es Bindfäden.

Jetzt stehe ich im Bindfadenregen und mach an der Mülltonne das Katzenklo sauber.

30 Jahre, lebendige Satire

03/09/2010

In Duisburg in einem vorwiegend von türkischen Mitbürgern bewohnten Stadtteil.

Bewaffnet mit einem Dolmetscher, fragte man auf türkisch einen ca. 50 jährigen Mann. „Was halten Sie davon, dass Menschen, die dauerhaft hier leben wollen, auch die Sprache des Landes lernen müssen?“

„Das finde ich gut, so etwas steht auch in der türkischen Verfassung“, kam auf türkisch zurück.

„Wie lange leben Sie schon in Deutschland?“

„30 Jahre.“

Corfe Castle

02/09/2010

In einem Blog, den ich in der Vorschau im google-reader finde ich anstatt einer Landkarte einen Link zu Map Channels.

Als ich darauf klicke, geht eine kleine Landkarte auf und und in mir die Vergangenheit.
Der Name eines kleinen Nestes im Süden Englands taucht auf. Corfe Castle. Als ich die Ansicht etwas verkleinere kommen Church Knowle, Harmans Cross und Swanage zum Vorschein.

Strand mit Schlauchbot und Kindern, eine wunderbare 4-fach belegte englische Pizza, ein Umzug wie Karneval mit einem gepunkteten Schimmel und Pipi Langstrumpf als Reiterin, Bobbies mit entsprechendem Helm drängen sich in meinem Kopf nach vorne. Tea-Scones, Clotted Cream Teas with Strawberry im „Tea Room“.

Während eines Urlaubs Anfang der 80er haben wir B&B in einem alten Herrenhaus gemacht mit einem steinerner Kamin, so groß, dass man beim Frühstück in ihm sitzen konnte. Die Besitzerin züchtete italian greyhounds.

Ich bin fasziniert von meinem Kopf. Ich weiß manchmal nicht mehr, was ich gestern gegessen habe, aber 30 Jahre alte Erinnerungen tauchen bei entsprechendem Auslöser wieder auf.