Archive for Oktober 2010

Halloween = Schutzgelderpressung

29/10/2010

Morgen ist der 31.10.2010 und damit Halloween. Das Wort „Halloween“ geht auf das Wort „All Hallows‘ Eve“ (Vorabend von Allerheiligen) zurück.

Halloween ist kein gesetzlicher Feiertag in Deutschland, schreibt der Kalender.

Im Radio freuen sich die Moderatoren gerade darüber, dass morgen die kleinen Racker ankommen und Süßigkeiten fordern, andernfalls werden Haus und Flur mit Kleber, Rasierschaum, Eiern oder Farbe verschönert.

Die Anleitung dazu wird den Kleinen als Hörspiel vorgespielt.

Wenn die selben Kleinen übermorgen vor dem Auto des Moderators stehen und, sagen wir mal, 100 Euro fordern, andernfalls müssten sie dafür sorgen, dass das Auto eine Runderneuerung braucht, wird die Freude wohl nicht so groß sein.

Das nennt man „Lernen am Erfolg“. Funktioniert auch beim Hunde- oder Rattentraining.

Beim Kaffee die Arschkarte

16/10/2010

Ich habe da so eine Maschine, da kommt oben Wasser und Kaffeebohnen rein und man drückt auf einen Knopf und unten kommt Espresso oder Kaffee raus, frisch gemahlen und gebrüht.
Zum Frühstück also mach ich mir meinen Kaffee, mit Milch und Zucker. Ich drück auf den Knopf und der Kaffee läuft. Die Tasse ist aber nur wenig voll, ich haben den falschen Knopf gedrückt. Den falschen also noch einmal gedrückt, jetzt habe ich wenigstens einen doppelten Espresso.
Als ich mir dann die zweite Tasse Kaffee holen will, begrüßt mich ein rotblinkendes LED-Lichtlein. Nicht dass Weihnachten wäre, nein, der Kaffeesatzbehälter ist voll.
Man kann ihn ruhig zwischendurch mal leer machen, das nützt aber nichts, die Maschine zählt mit. Wenn die entsprechende Anzahl Kaffeesatz-Tabletten im Behälter sind, schaltet die Maschine auf stur und macht nicht weiter, ehe man den Becher geleert hat.
Dabei kann man dann auch gleich die ganze Brüheinheit mit reinigen.

Während ich die Zeitung lese, überkommt mich die Lust auf eine weitere Tasse des braunen Gesöffs.
Augen auf, den richtigen Knopf drücken, Tresterbehälter ist leer, nur noch die Tasse an die richtige Position.
Die Maschine mahlt den neuen Kaffee zu Pulver.
Ein ganz eindeutiger Ton macht sich während des Mahlens breit. Die Kaffeebohnen im Bunker gehen zu Ende.
Wenn ich jetzt den Deckel auf mache, die Bohnen, die sich am Rande des Behälters und hinter zwei Halterungen abgelagert haben, noch schnell mit dem Finger in Richtung Mahlwerk schubse, kann es sein, dass die ausreichende Menge an Bohnen noch zusammen kommt.
Aber nein, es reicht nicht aus, das Mehl für eine Tasse zu mahlen.
Wieder leuchtet eine rote LED und sagt mit das, was ich schon gehört und gesehen habe.
Schnell also in den Wirtschaftsraum und Nachschub geholt. Rein damit in den Bohnenbunker und ohne einen weiteren Handschlag wird nach dem Drücken des dafür vorgesehen Knopfes das Kaffeekochen fortgesetzt.

Ohne Kaffee werde ich morgens nicht wach, besonders wach bin ich aber, nachdem ich all das auch noch durchgeführt habe.

kurzer Dank

15/10/2010

Ich will mich nur kurz bei denen bedanken, denen ich mit weiteren 100 Euro ab nächstem Jahr auf der Stromrechnung unter die Arme greifen darf, bei denen, die sich für zehntausende Euros eine Solaranlage aufs Dach oder für Millionen eine Windkraftanlage leisten können.
Nicht bei den vielen Kleinen, nein, bei denen, die das gewerblich betreiben.

Hamsterfunktion

09/10/2010

Mal angenommen, die Seele unserer Katze findet nach ihrem nächtlichen Ausflug morgens nicht mehr zurück.

Der Vorrat an Futter, den die Hamsterfunktion meiner Frau angelegt hat, reicht dann für ein mittelgroßes Tierheim für mindestens 2 Monate.

5,625

08/10/2010

In Deutschland gibt es für Flüssigkeiten das Mass Liter. Wenn man einkaufen ging bekam man Mengen in Einheiten des Mehrfachen eines Liters. Ein, zwei, fünf, und irgendwo noch die halben Liter.

Seit 2007 gibt es in der EU eine Freigabe der Packungsgrößen. Jetzt ist alles möglich.

Heute habe ich Wasch-Gel gekauft, 5.625 l. Was soll denn das?

Ich habe mal nachgesehen, es sind:
1.4859684948262 am. Gallonen,
10.215942318519 am. dry pintes,
11.887754239437 am. liquid pintes,
0.035380251215508 barrel,
1.2373270216824 engl. Gallonen,
9.8986205282432 engl. pintes,
0.19860955656224 Kubikfuß,
343.19707138499 Kubikzoll,
0.005625 Raummeter.

Also alles nichts, womit man die seltsame Menge erklären könnte.

Hat wohl nur damit zu tun, dass man den hohen Preis verschleiert.

zum Zustand unserer kleinen Stadt am Rande der Welt

05/10/2010

In einem Leserbrief in der Zeitung fand ich einen schönen Satz, der den Zustand unserer kleinen Stadt am Rande der Welt beschreibt.

„Ein Freund sagte zu mir: Wenn die Welt untergeht, ziehen wir zu Euch, da sind wir sicher, bei Euch geschieht alles 100 Jahre später„.

Um das Maß voll zu machen

05/10/2010

Nachtrag zur Fußgängerzone

Der Bürgermeister hat nun doch erfahren, dass die Idee einer Fußgängerzone in einem nicht für Fußgänger attraktivem Bereich nichts taugt.

Darum hat er seinen dafür zuständigen Dezernenten beauftragt, noch für diesen Monat alternative Vorschläge zu machen und die Testphase der Fußgängerzone abzubrechen. (Schnelle alternative Vorschläge sind immer Scheiße, vielleicht sollte man auch im Rathaus mal nachdenken. Kommt Rathaus von raten oder beraten?)

Im November soll dann alles wieder ganz anders sein.

ich habe hier einen Nachtrag

05/10/2010

Hier ist jetzt ein Nachtrag zur Rallye durch die Marktstraße

nach der Veranstaltung: (lt. Zeitung, ich habe es nicht gesehen)

Die Marktbeschicker fanden es Scheiße.

Die Kunden fanden es Scheiße.

Die Veranstalter der Rallye fanden es Scheiße.

Die Teilnehmer der Rallye fanden es Scheiße.

Nur der Bürgermeister hat von all dem nichts mitbekommen, der war auf dem Rathausplatz.

Man kann es keinem recht machen.

01/10/2010

Vor etwas mehr als einem Jahr hat die Stadtverwaltung den Wochenmarkt von seinem angestammten Platz (mit großem Parkplatz nebenan) gegen den Willen der Marktbeschicker in die Straßen der Innenstadt vertrieben. Die Anlieger und anliegenden Geschäfte waren damit nicht zufrieden.
Seit Mitte des Jahres hat UKSRW eine Fußgängerzone (FGZ). Eine der neuen Marktstraßen. Fast so viel Leerstände wie kleine Geschäfte ziehen aber keine Fußgängermassen an.

Wenn nicht ab und zu ein paar Spielmannzüge durchgetrieben oder „KinderbeschmierendieStraße“-Aktionen durchgeführt würden, wäre die FGZ fußgängerfrei.
Nur an Markttagen ist die Straße voll mit den Marktwagen und den Einkäufern.

Die Anlieger der Straße haben in der Zeit der FGZ Umsatzeinbrüche von 25 bis 30 %. Darum haben sie gefordert, die Straße wieder (eingeschränkt) für den Verkehr frei zu geben.

Dazu hat sich die Verwaltung jetzt durchgerungen. Am nächsten Markttag soll durch die dann sicher volle Straße Markttagbild eine internationale Oldtimer-Rallye des ADAC durchgeführt werden.

Das wiederum erfreut die Marktbeschicker nicht besonders, denn die befürchten, dass die alten Motoren die ausgelegten offenen Waren eindieseln. Zudem bleibt dann für die Käufer nur noch Platz für einen Hackenmercedes oder einen halben Kinderwagen.

Man kann es aber auch keinem recht machen. Unsere Stadtverwaltung hat keine glückliche Hand mit der Stadtentwicklung.