Archive for Dezember 2010

Der Ständer

24/12/2010

Der Ständer und das WLAN, eine kleine Geschichte zu Weihnachten.

Eine Woche vor Weihnachten haben wir den Weihnachtsbaum gekauft und eng eingeschnürt im Transportnetz steht er für 3 Tage in der Ecke.

hier kann man den Wurschtel sehen

Danach wird er zu Entspannung aus dem Netz genommen und in dem Baumständer gestellt. Dabei merke ich schon, der Baum ist total durchgefroren und die Klammern des Ständers können nicht so recht greifen. Mit Mühe bekomme ich den Baum hingewürgt, doch am Ende steht er gerade.

Weil es gerade so gut passt, einen Tag später bekomme ich ein neues Spielzeug, das auch über WLAN mit Medien versorgt werden kann. Meine PC’s haben alle eingebaute Netzkarten und daher muss ich mir einen neuen USB-WLAN-Stick besorgen. Der weltgrößte Einzelhändler liefert schon anderthalb Tage später. Der Stick wird aber von meinem pingeligen Spielzeug nicht erkannt.
Als ich in der Stadt bin, um noch ein paar Nüsse zu kaufen, bringe ich auch noch einen neuen Stick mit, der aber auch nicht zur Zusammenarbeit überredet werden kann.

Heiligabend Vormittag: Ich kaufe noch ein paar Nüsse, bringe den Stick von gestern zurück und bekomme einen anderen, der nach Angabe des Verkäufers sicher gehen soll.

Meine Frau geht nach draußen, den Weihnachtsbaum schmücken, denn der steht bei uns auf der Terrasse.

Ich fummel den neuen WLAN-Stick in mein Spielzeug. Erstmalig blinkt es bei der Kontaktaufnahme.
Schnell ins Menue mit den Einstellungen. Prima, mein Netz wird erkannt.

Mitten in der Eingabe der Zugangsschlüssel, höre ich, meine Konzentration durchdringend, die Stimme meiner Frau.

Der Baum liegt am Boden. „Hast Du mich gerufen?“ „Ja, sicher, schon drei mal, das hier geht nicht“.

Das sehe ich auch. Muss das mitten in meiner Arbeit passieren. Kann man nicht mal schnell eine Konfiguration vornehmen.

Nützt alles nichts, ich muss raus, da sind bestimmt nur 3 Grad minus. Schal um, Mütze auf, Jacke an, Stiefel an und ab zum störrischen Weihnachtsbaum.

So ein Mist, der verdammte Ständer will den Baum nicht halten, die Dornen rutschen immer wieder am Baumstamm vorbei. Der Stumpf ist schon ganz verhunzt. Da hole ich doch die Säge und säge unten das Stück ab.

Umsonst, auch jetzt funktioniert der Baumständer nicht und immer wieder kippt mir der Baum um.

Meine Frau ist genervt. „Stell das Ding jetzt in die Ecke und gut ist“. „Ne, ich habe doch nicht für viel Geld den Baum gekauft und dann einfach in dei Ecke stellen“. Ich bin auch genervt. Den Baumständer, der einige Jahr gut gearbeitet hat, bekommt einen Tritt und fliegt in die Ecke.

Ich schnappe mein Portemonnaie (alte Schreibweise), besuche die zu Fuß erreichbaren Läden und Baumärkte. Das Auto habe ich noch nicht freigefegt, liegt unter 30 cm Neuschnee.

Alle Christbaumständer sind ausverkauft. Da muss ich mir was einfallen lassen. Habe auch schon eine Idee.

Bevor ich meine WLAN-Konfiguration zu Ende bringen kann, befülle ich einen Maurereimer mit Maurerkies, den ich noch vom vergeblichen Brunnenbohren im Frühjahr stehen habe.
In den Kies drehe ich den Weihnachtsbaum, der ein wenig kleiner geworden ist, habe ja daran gesägt. Damit es fest wird, kippen wir noch etwas Wasser hinterher, das friert dann auch gleich.

Meine Frau ist zufrieden, jetzt kann sie ihr Werk vollenden. Es ist scheißkalt und sie hat dabei kalte Finger.

Ich befummel die WLAN-Einstellungen.

Inzwischen ist der Baum geschmückt, beim WLAN sind neue Probleme aufgetreten. Damit mach ich nach Heiligabend weiter.

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Der Einkaufszettel

22/12/2010

Wer hier öfter liest, weiß, dass ich in unserer Familie der Einkäufer bin.

Weihnachten ist die Zeit der Völlerei und es ist auch an ein oder zwei Tagen kein Einkauf möglich.
Darum schreibe ich schon eine ganze Woche lang auf, was für die lange Zeit der Einkaufsabstinenz gebraucht wird.
Der Schmierzettel ist ganz schon voll geworden.

Am Tag des Einkaufs schreibe ich das ins Reine und verteile es auf 3 Geschäfte, weil ich genau weiß, wo ich was am Besten bekomme. Den neu sortierten Zettel stecke ich in die Tasche und fahre los.

Im ersten Laden angekommen angle ich in der Tasche nach meinem Zettel, der ist aber nicht da.

So ein Schei……benkleister.

Also gehe ich die Regale ab und hoffe, dass ich mich an alles erinnere. Dabei hilft mir, mir die Rezepte für die Tage zu vergegenwärtigen.

Das Gleiche mache ich in den beiden anderen Geschäften und hoffe, nichts zu vergessen.

Wieder zuhause schleppe ich den Einkauf rein und sehe nach dem liegen gebliebenen Einkaufszettel.

Der ist aber nicht da, wo ich ihn vermute. Seltsam.

Ein Griff in die Tasche fördert ihn zerknüllt zu Tage.

Der Vergleich meines Einkaufs mit meiner Planung zeigt, dass ich nicht ein Teil zuwenig habe.

Ich bin stolz auf mich.

Der lange Weg von China und der Preisverfall.

12/12/2010

Ich habe noch unendlich viele Negative in S/W, Farbe und alte Fotos, die ich digitalisieren möchte.
Dazu gibt es Geräte, mit denen man das bewerkstelligen kann.

Als die dunklen Tage anfingen, habe ich mich mal danach umgesehen und auch bei ebay beobachtet. Gebrauchte Geräte gingen fast zum Neupreis an neue Besitzer.

Darum habe ich ein Neugerät geordert, das gut 30 % unter dem UVP lag. Ist ja nicht schlecht.

5 Tage nach der Überweisung des Kaufpreises habe ich dann mal nachgefragt, warum das Gerät noch nicht bei mir angekommen ist. Unter den Versandbedingungen stand: „Versand 2 Tage nach Geldeingang“.

Die Antwort kam schnell, es gibt ja eMail und mache Händler bearbeiten Anfragen auch zügig.

In der Beschreibung stand, von mir überlesen, weil ich mich ja über das Gerät vorher informiert hatte, „Wird pünklich zu Weihnachten ausgeliefert, in der 50. Woche“.

Die Hinweise in der Abhandlung des Kaufs waren „2 Tg. nach Geld“, „innerhalb von 4 Werktagen“ und „sofort nach Zahlungseingang“.

Morgen Früh beginnt die 50. KW und ich warte immer noch auf den Paketboten.

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In der Beilage zur heutigen Sonntagszeitung ist ein Prospekt von OBI. Da wird ein gleiches Gerät für 10 Euro weniger angeboten.

Ich bin sicher, das Stück, das ich bestellt habe und auf das ich immer noch warte, ist viiiiiieeeeel besser.

Wieder an der Kasse im Supermarkt

02/12/2010

Mit meinem Einkauf bin ich schon fertig, draußen wartet mein Auto im Schnee. Hoffentlich ist der Mist nicht schon wieder an der Scheibe angefroren.

Nur noch durch die Kasse, aber durch welche der beiden offenen Kassen.
Kasse 1 mit einer ganzen Menge anstehender Kunden, die zwar alle nicht viel haben, aber man weiß nie.
An Kasse 2 ist die Schlange kürzer, aber hoch voll gepackte Einkaufswagen.

Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass der Kunde mit Zahlen, ob bar oder mit Karte mehr Zeit kostet, als eine Menge an Ware.

Ich reihe mich an Kasse 2 hinter die vollen Karren. Immer ein Auge auf die Kunden der Kasse 1, an der ist auch schon eine Verzögerung eingetreten. Warenrückgabe mit dem ganzen Schreibkram. Alles stockt da.
Ich habe mich auf Platz 2 an Kasse 2 vorgearbeitet und die Waren aus den vollen Körben flitzen nur so über die Scanner. Plötzlich macht die Kassiererin, die bisher sehr flott war, ein komische Gesicht. Läßt sich das letzte Teil noch einmal zurückgeben und drückt einen Extraknopf. Position Storno. Hat nicht geklappt, der Artikel hat einen roten „Ermäßigung“-Aufkleber.

Die Kassiererin dreht den Kassenbon aus der Kasse etwas höher, um die Position zu kontrollieren. Jetzt ist was Anderes storniert worden, als zuerst eingescannt. Nach einem weiteren Versuch sind drei verschiedene Preise mit Plus und Minus auf dem Bon. Die Kassiererin behält aber die Kontrolle über sich, läuft nicht heulend weg, sondern bittet die Kollegin von Kasse 1 um Hilfe.

Gottseidank steht jetzt auch da die Schlange und kommt nicht weiter. Nach einer kleinen Weile und vielem Knöpfedrücken und scannen mit verschiedene Tönen ist aber die letzte Klarheit beseitigt und man erklärt den Bon wieder für in Ordnung. Kasse 1 und 2 machen weiter.

Als ich dann meine Waren bezahlt habe, bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich schneller war als an Kasse 1, oder ob ich wieder meine kostbare Zeit an einer Supermarktkasse verplempert habe.

Natürlich ist auch wieder der Schnee an der erkalteten Autoscheibe angefroren. Ich wusste es.