Archive for Januar 2011

Aus der Serie: das arme Kind

30/01/2011

In manchen Familien wird es auf Grund der Anzahl der Kinder schwierig einen Namen zu finden, aber nicht hier:

Für das 7. Kind hatte man die Namen „Cayleigh Chayenne Geraldine“ ausgesucht.

Das arme Kind wird möglicherweise nie erfahren, wie sein Name wirklich ausgesprochen wird.

Bevor das Kind selbst googlen kann, habe ich es getan. Der Name Cayleigh bedeutet ‚Descendant of Caollaidhe‘, also Nachfahre von Caollaidhe. Ob Papa wirklich so heißt?

Cheyenne kommt vom Namen eines Indianerstamms und hat mehrere Bedeutungen:
„Die, die eine fremde Sprache spricht“, „unverständliche Sprecher“, „kleines Volk, kleiner Stamm“, „helle Sonne“,
aber ich glaube nicht, das hinter der Namensgebung dieser Sinn steht.

Advertisements

Magendarm & Rolligkeit, unser neuer Mitbewohner

23/01/2011

Nachdem Anfang Dezember 2010 unsere alte Katze mit ca. 16 Jahren nach einer 10-jährigen Wohngemeinschaft mit uns in die „ewigen Katzen-Jagdgründe“ gezogen ist haben wir uns in der letzten Woche aus dem Tierheim eine neue Katze geholt.
Vorher hatten wir uns übers Internet die Katzenbilder und Beschreibungen angesehen und auch schon ein paar Gedanken über den neuen Mitbewohner gemacht. Im Kopf hatten wir schon ein paar Aspiranten.
Aber es kam ganz anders. Ein kleines Wesen, das fellmäßig wohl eher eine Kuh hätte werden sollen, hat sich uns ausgesucht.

Lulu

Viel war nicht zu erfahren, ca. 1 Jahr alt und erst kurze Zeit im Heim. Entwurmt und entfloht, aber ob die kleine Katze schon kastriert war, war nicht sicher. Da war zwar eine kleine Narbe am Bauch, aber es war nicht sicher.

Jetzt ist die Katze, die wir von Luise auf Lulu umgetauft haben eine Woche bei uns. Die Eingewöhnung mit Futterwechsel und allem was dazu gehört war begleitet von einen Neuaufbau der Darmflora, d.h. dünne, stinkende Katzenkacke.
Ein Tag gab es dann garnichts zu fressen und anschließend kleine Portionen mit Medikamenten.

Bei unserer alten Katze, die total verwöhnt war, musste man morgends überlegen, welches der 12 verschiedenen Menüs sie wohl mögen würde.

Lulu aber frisst alles was kommt, und zwar so schnell, dass man froh sein muss, dass sie die Schale nicht mitfrisst. Da ist es auch nicht problematisch, Medikamente mit unters Futter zu mischen. Das klappt prima.

Die Darmflora ist also wieder restauriert.

Doch kaum ist der Magendarmtrakt in Ordnung benimmt sich die Katze schon wieder sehr seltsam.

Sie reibt ihren Kopf an alles, was irgendwie an eine Ecke erinnert, streicht ununterbrochen um einen herum, stellt den Schwanz auf oder legt ihn zur Seite, ruft und schreit, wie ein kleines Kind. Man könnte meinen, sie hätte plötzlich sprechen gelernt.

Pausenlos bekommt man das Hinterteil entgegengestreckt. Das mag ja für einen Kater ganz interessant sein.

Und jetzt wissen wir es auch, die Katze ist nicht kastriert.

Recherchen ergeben, dass, wenn kein Kater an die Katze rangekommen ist, die nächste Rolligkeit nach ca. 9 Tagen einsetzt. Die Dauer kann von 2 Tagen bis zu 14 Tagen sein. Also permanent rollig ist möglich.

Der Katze macht der Zustand sicher nicht viel aus, dass sie andauernd mit durchgedrücktem Rücken durch die Gegend zieht, aber mich nervt das andauernde Angemache.

Um uns das zu ersparen mache ich morgen einen Termin beim Tierarzt. Kleine Katzen gibt es auch so genug.

Platzhalter an der Supermarktkasse

07/01/2011

Gestern ging hier im Landkreis wegen Blitzeis garnichts mehr. Ausfallstraßen gesperrt, Busverkehr eingestellt und alle Schulen waren geschlossen.

Darum bin ich heute erst zum Einkaufen gefahren. Die gleiche Idee hatten anscheinend sehr viele.
Lange Schlangen an den Kassen im Supermarkt. Ich stell mich an einer der kürzeren an. Vor mir zwei Kunden, die anscheinend zu dem Einkaufswagen vor ihnen gehören, denn sie haben nichts in den Händen.
Langsam geht es vorwärts. Schon stehen weitere 4 Wagen hinter mir.

Da kommt das Unheil auch schon angerollt. Zwei Einkaufswagen, hoch befüllt mit den Schätzen des Orients, schieben sich an mir vorbei und reihen sich bei den beiden Leerhänden ein. Das waren nur Platzhalter.

Ich fliege um Stunden nach hinten. Früher hätte man jetzt in Ruhe eine rauchen können, aber heute?
OOOOMMMMMMM. Als ich aus meiner Meditation erwache, bin ich auch selbst schon an der Kassiererin vorbei.

Sie wissen nicht, was sie tun. Hintergrundwissen ist Scheiße.

04/01/2011

Ich komm beim Arzt, weil ich Arm habe. Der Arm ist links und zeigt mir das schlechte Wetter an.

Weil der Arzt aber ein neues EKG-Gerät gekauft hat, mehr als 15.000 Teuros, sagt er; meint er, weil Linksarm, man sollte mal ein EKG machen. (Der Satz gefällt mir.) Bei einem seiner Kollegen hat man erst nach einem Jahr festgestellt, dass die Schmerzen in seinem, des Kollegen, Arm von einem Herzproblem kam.

EKG gemacht, ganz neu, saugt die Elektorden an, werden nicht mehr geklebt. Der Zettel mit den Kurven fliegt raus und da ist ein Peek, der müsste genauer untersucht werden. Wir machen einen Bluttest.

Schwester im Labor (Teeküche) sticht mit dem Sauger in die Vene.
„Was ist denn das für ein Test?“
„Damit kann man auf Infarkt testen.“
Ein paar Tropfen Rot kommen auf ein Testgerät. Sieht aus wie ein Schwangerschaftstest oder ein dickerer Kugelschreiber.
„Was kann man denn damit nachweisen“?
„Weiß ich nicht, da müsste ich erst 5 Seiten nachlesen“.

Da ich genau weiß, dass ich keinen Infarkt hatte, mach ich mir keine Sorgen, frage mich aber, wieso die nicht wissen, was sie tun?
Das Testergebnis liegt vor, so wie ich erwartet habe, nixis.
Frag ich doch mal den Doc, was da nachgewiesen werden sollte.
„Ganz einfach, nach Infarkt wuseln abgestorbene Fasern durch den Kreislauf, die kann man ganz genau feststellen“. Geht doch, auch wenn Schwester dafür 5 Seiten hätte lesen sollen.

Weil ich immer noch Arm habe, bekomme ich eine Überweisung zur Radiologie. (NDR2 oder Bayern3?)
MRT HWS und BWS, weil ja alle Nervenstränge im vorgenannten Bereich zusammenfließen.

In der Radiopraxis bekomme ich 2 Termine. Einmal HWS und einmal BWS.
„Wieso 2 Termine, ich brauch doch nur ein wenig weiter durchgeschoben werden“?
„Weiß ich nicht, das ist so“! Ich frage mich, wieso die nicht wissen, was sie tun?

Heute kommt ein Anruf aus der Radiopraxis, ob die Termine eingehalten werden können.
Kein Problem, aber ich frag noch mal die neue Schwester, warum zwei Termine?

„Kopf und Arsch und dazwischen machen wir immer in extra Schichten, dazu muss jeweils die Anlage umgebaut werden“. Na, geht doch, warum weiß das nicht jeder da.

Und dann fällt mir noch eine alte Geschichte ein: zu uns in die Lehre kommt eine junge Frau, die hatte schon eine Leeere, als Sprechstundenhilfe beim Arzt. Ich frag sie nach der Blutsenkung, warum und wozu. Keine Ahnung hat sie gehabt. Ich habe nicht weiter gefragt, weiß es aber auch bis heute noch nicht, war doch nicht ganz so wichtig.

Ich frage mich aber trotzdem: „Braucht man zu dem, was man beruflich tut, eigentlich kein Hintergrundwissen“? Anscheinend, zumindest in manchen Berufen, wirds wohl nicht vermittelt.