Sie wissen nicht, was sie tun. Hintergrundwissen ist Scheiße.

Ich komm beim Arzt, weil ich Arm habe. Der Arm ist links und zeigt mir das schlechte Wetter an.

Weil der Arzt aber ein neues EKG-Gerät gekauft hat, mehr als 15.000 Teuros, sagt er; meint er, weil Linksarm, man sollte mal ein EKG machen. (Der Satz gefällt mir.) Bei einem seiner Kollegen hat man erst nach einem Jahr festgestellt, dass die Schmerzen in seinem, des Kollegen, Arm von einem Herzproblem kam.

EKG gemacht, ganz neu, saugt die Elektorden an, werden nicht mehr geklebt. Der Zettel mit den Kurven fliegt raus und da ist ein Peek, der müsste genauer untersucht werden. Wir machen einen Bluttest.

Schwester im Labor (Teeküche) sticht mit dem Sauger in die Vene.
„Was ist denn das für ein Test?“
„Damit kann man auf Infarkt testen.“
Ein paar Tropfen Rot kommen auf ein Testgerät. Sieht aus wie ein Schwangerschaftstest oder ein dickerer Kugelschreiber.
„Was kann man denn damit nachweisen“?
„Weiß ich nicht, da müsste ich erst 5 Seiten nachlesen“.

Da ich genau weiß, dass ich keinen Infarkt hatte, mach ich mir keine Sorgen, frage mich aber, wieso die nicht wissen, was sie tun?
Das Testergebnis liegt vor, so wie ich erwartet habe, nixis.
Frag ich doch mal den Doc, was da nachgewiesen werden sollte.
„Ganz einfach, nach Infarkt wuseln abgestorbene Fasern durch den Kreislauf, die kann man ganz genau feststellen“. Geht doch, auch wenn Schwester dafür 5 Seiten hätte lesen sollen.

Weil ich immer noch Arm habe, bekomme ich eine Überweisung zur Radiologie. (NDR2 oder Bayern3?)
MRT HWS und BWS, weil ja alle Nervenstränge im vorgenannten Bereich zusammenfließen.

In der Radiopraxis bekomme ich 2 Termine. Einmal HWS und einmal BWS.
„Wieso 2 Termine, ich brauch doch nur ein wenig weiter durchgeschoben werden“?
„Weiß ich nicht, das ist so“! Ich frage mich, wieso die nicht wissen, was sie tun?

Heute kommt ein Anruf aus der Radiopraxis, ob die Termine eingehalten werden können.
Kein Problem, aber ich frag noch mal die neue Schwester, warum zwei Termine?

„Kopf und Arsch und dazwischen machen wir immer in extra Schichten, dazu muss jeweils die Anlage umgebaut werden“. Na, geht doch, warum weiß das nicht jeder da.

Und dann fällt mir noch eine alte Geschichte ein: zu uns in die Lehre kommt eine junge Frau, die hatte schon eine Leeere, als Sprechstundenhilfe beim Arzt. Ich frag sie nach der Blutsenkung, warum und wozu. Keine Ahnung hat sie gehabt. Ich habe nicht weiter gefragt, weiß es aber auch bis heute noch nicht, war doch nicht ganz so wichtig.

Ich frage mich aber trotzdem: „Braucht man zu dem, was man beruflich tut, eigentlich kein Hintergrundwissen“? Anscheinend, zumindest in manchen Berufen, wirds wohl nicht vermittelt.

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Eine Antwort to “Sie wissen nicht, was sie tun. Hintergrundwissen ist Scheiße.”

  1. Britta Says:

    Ich verspreche dir: es ist nicht überall so.
    Nee, warte mal, anders: es sind nicht alle so. Das stimmt eher.

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